Swap-Geschäfte sind in der Regel nicht einfach zu erklären, doch hat man sie einmal verstanden wird einem vieles klar.

 

Was sind nun Swaps?

Der Begriff Swap ist Englisch und steht für einen Tausch. In Bezug auf den Handel mit Wertpapieren und Zinsen steht dieser Begriff eben für einen Tauschhandel. Für ein Swap-Geschäft benötigst du einen Partner und eine eventuell eine Bank. Mit Swaps, also mit diesen Tauschgeschäften kann man Zahlungsströme direkt lenken.

 

 

Was hat das Ganze nun mit den Zinsen zu tun?

Naja, durch diesen Swap ist es eben möglich, die Zinsen von z.B. deinem Kredit zu senken. Natürlich ist das ganze mit einem gewissen Risiko verbunden.

 

Diese Grafik schaut auf den ersten Blick sehr komplex und kompliziert aus. Nun wir sehen Unternehmen A auf der linken Seite und Unternehmen B auf der rechten. Beide Unternehmen haben einen Kredit bei ihrer Bank in Höhe von 5 Mio. Euro aufgenommen.
 
Nur leider sind sie mit den Zinsen und den Bedingungen nicht zufrieden. Denn Unternehmen A möchte einen variablen Zins zahlen und Unternehmen B einen Fixzins zahlen.
 
Das Problem des Unternehmens A ist, dass sie den Fixzins in Höhe von 7% nicht gerechtfertigt finden und der variable Zins, der an den LIBOR gebunden ist, ebenfalls nicht passend ist.
 
Das Problem des zweiten Unternehmens B ist, dass sie viel kleiner sind als Unternehmen A und deshalb der Fixzins sehr hoch ist. Bei dem variablen Zins, der ebenfalls an den Libor gebunden ist, verlangt die Bank einen Zuschlag von 1%. Die Bank trägt eben bei einem kleineren Unternehmen ein größeres Risiko.
 
Aber die beiden Unternehmen schließen trotzdem den Vertrag ab und bekommen die jeweils 5 Mio. Euro. Unternehmen A bezahlt der Bank 7% und Unternehmen B bezahlt der Bank den Libor + 1%.
 
Soweit – ganz einfach.
 
Jetzt kommt aber eine dritte Bank ins Spiel. Diese muss die beiden Unternehmen eigentlich nur zusammenführen bzw. den Zahlungsstrom umleiten.
 
 
 
Doch wie kann jetzt für jeden der drei ein Profit entstehen?
 
Eigentlich ganz einfach. Unternehmen A bezahlt der Swap-Bank einen Zins-ähnlichen Betrag, der eben an den Libor gebunden ist. Die Swap Bank gibt diesen Betrag an das Unternehmen B weiter.
 
Im Gegenzug bezahlt das Unternehmen B 8,5% der Swap-Bank. Davon werden 8% an das Unternehmen A weitergegeben. Die 0,5% bleiben bei der Bank, denn diese muss auch von diesem Geschäft profitieren.
 
 
Unterm Strich zusammengefasst.
 
Unternehmen A bezahlt der Bank 1, 7% Zinsen und bekommt von der Swap-Bank 8% überwiesen. Effektiv bezahlt das Unternehmen A in diesem Fall Libor – 1%.
 
Sie geben der Swap-Bank den Betrag in Höhe vom Libor und bekommen 8%. 7% gehen direkt zur Bank 1. Es bleibt also 1 Prozent übrig und der Libor muss bezahlt werden. Alles zusammengezählt bezahlt das Unternehmen A Libor -1%.
Unternehmen B bezahlt der Bank 2, Libor + 1% und bekommt von der Swap-Bank einen Betrag in Höhe vom Libor überwiesen. Sie müssen der Swap Bank 8,5% bezahlen. Effektiv bezahlt das Unternehmen B einen Fixzins in Höhe von 9,5%. Dadurch bezahlen sie 0,5% weniger als bei ihrer Bank.
 
 
LIBOR -> London Interbank Offered Rate oder Londoner Interbanken- Angebotszins; ist ein in London an allen Bankarbeitstagen unter bestimmten  Bedingungen ermittelter Referenzzinssatz, der unter anderem als Grundlage  für die Berechnung des Kreditzinses herangezogen wird.
 
 
Der Libor unterliegt natürlich auch bestimmten Schwankungen. Deshalb ist das ein relativ großes Risiko für Unternehmen A. Unternehmen B kann das eigentlich egal sein, da sie den Zins des Unternehmens A einfach an die Bank 2 weiterleitet.
Es besteht natürlich noch das Kontrahentenrisiko. Es kann passieren, dass einer der drei Partner pleite geht bzw. Zahlungsunfähig wird. In diesem Fall kann das System nicht mehr funktionieren.
 
 
Es gibt verschiedene Arten von Swap-Geschäften wie z.B. den Währungsswap. All diese Geschäfte funktionieren nach demselben Prinzip. Es wird eben getauscht und es werden Zahlungsströme gelenkt.
 
 
Fragwürdig ist meiner Meinung nach die Aufsicht und Kontrolle dieser Geschäfte. Da diese Swap-Geschäfte meist außerbörslich stattfinden, unterliegen sie nicht der Börsenaufsicht.